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Erstellt am: 11. März 2026

Küche abbauen 2026: Anleitung, Kosten & Entsorgung (Schritt für Schritt)

Küche abbauen 2026: Anleitung, Kosten & Entsorgung (Schritt für Schritt)

Küche abbauen – moderne Einbauküche vor dem Abbau mit Werkzeug

Küche abbauen: Schritt-für-Schritt-Anleitung, Kosten & Entsorgung

Die komplette Anleitung zum Küchenabbau – von der Vorbereitung über die richtige Reihenfolge bis zur fachgerechten Entsorgung.

Küche abbauen klingt einfach – ist es aber nicht. Falsche Reihenfolge, vergessene Anschlüsse oder ein beschädigtes Arbeitsplatten-Eckstück können den Umzug teuer machen. Hier erfahren Sie, wie Sie Ihre Küche sicher demontieren, was das kostet und welche Entsorgungswege es gibt.

Küche abbauen: Reihenfolge und Anleitung

01

Die richtige Reihenfolge beim Küche abbauen entscheidet darüber, ob Geräte und Schränke heil bleiben. Wer planlos anfängt, riskiert beschädigte Fronten, verkratzte Arbeitsplatten oder gelöste Wasseranschlüsse. Nutzen Sie unsere Umzugscheckliste für die Gesamtplanung. Die folgende Schritt-für-Schritt-Anleitung funktioniert für jede Einbauküche – egal ob IKEA-Küche, Nobilia, Nolte, Häcker oder eine Küche vom Tischler.

1
Küche dokumentieren und vermessen

Küche aus allen Perspektiven fotografieren: Gesamtansicht, einzelne Schränke, Anschlüsse und Rückseiten der Geräte. Alle Abstände messen (Nischenhöhe, Schrankbreiten, Gerätemaße) und Grundriss mit Maßen zeichnen. Jeden Korpus, jede Tür und Schublade mit Kreppband und Stift im Uhrzeigersinn nummerieren – spart beim Wiederaufbau Stunden.

2
Strom, Wasser und Gas abstellen

Strom: Sicherung am Sicherungskasten rausdrehen, mit Spannungsprüfer (VDE 0100) prüfen. Bei Starkstrom (400 V) für den Herd: nur vom Elektriker abklemmen lassen.
Wasser: Eckventile unter der Spüle zudrehen (im Uhrzeigersinn), Hahn öffnen, Restdruck ablassen.
Gas: Gasabsperrhahn schließen. Gasleitungen dürfen nach § 13 TRGI 2018 nur von einem zugelassenen Installateur getrennt werden.

3
Elektrogeräte ausbauen

Immer zuerst die Geräte, dann die Schränke:

  • Kühlschrank: 24h vorher abtauen, Lebensmittel in Kühlboxen
  • Geschirrspüler: Zu- und Ablaufschlauch lösen, Restwasser auffangen (gleiches gilt, wenn Sie eine Waschmaschine transportieren)
  • Backofen: Herausziehen, Stecker ziehen (fest verdrahtet → Elektriker)
  • Dunstabzugshaube: Filter raus, Wandschrauben lösen, Abluftrohr ab
  • Mikrowelle / Dampfgarer: Aus dem Einbauschrank nehmen

4
Schubladen, Türen und Einlegeböden entfernen

Schubladen bis zum Anschlag herausziehen, Auszugsschiene entriegeln (bei Blum Tandembox / Hettich InnoTech orangefarbenen Hebel drücken). Schranktüren über Topfscharniere aushängen. Alle Kleinteile in beschriftete Zip-Beutel verpacken und am zugehörigen Korpus befestigen. Größere Teile in Umzugskartons sichern.

5
Arbeitsplatte demontieren

Von unten verschraubte Verbindungen mit dem Akkuschrauber lösen. Bei Eckverbindungen die Bolzenverbinder aufdrehen. Silikonreste am Wandanschluss mit Silikonentferner und Cuttermesser ablösen. Naturstein (Granit, Marmor) ab 40 kg/m² – immer zu zweit tragen.

6
Spüle und Armatur ausbauen

Siphon abschrauben (Eimer unterstellen). Armatur von unten mit Armaturenzange lösen. Einbauspüle: Spannklammern lösen, Silikonrand durchtrennen, nach oben herausheben. Bei Unterbauspüle: Befestigung lösen, bevor Sie die Arbeitsplatte abnehmen.

7
Hängeschränke abbauen

Hängeschränke von der Aufhängeschiene lösen – Arretierung oben im Korpus. Immer zu zweit: Eine Person hält, die andere löst. Von außen nach innen arbeiten. Dübel und Schiene in der Wand belassen, wenn die Küche am gleichen Ort wieder aufgebaut wird.

8
Unterschränke und Hochschränke demontieren

Verbindungsschrauben zwischen den Seitenwänden lösen, Wandbefestigungen entfernen. Sockelleiste vorher abclipsen (Sockelhalter an den Stellfüßen). Hochschränke sind zusätzlich an der Wand befestigt – mindestens zu zweit kippen.

9
Nischenrückwand und Restmontage

Küchenrückwand je nach Material abschrauben oder mit breitem Spachtel abhebeln (Alu-Dibond, Acrylglas). Lichtleisten und Unterbauleuchten abmontieren, Kabel sichern.

Achtung – Lebensgefahr bei Starkstrom: Eine Herdanschlussdose führt 400 Volt Drehstrom (3 Phasen). Das Abklemmen ist nach § 13 NAV (Niederspannungsanschlussverordnung) ausschließlich einem eingetragenen Elektrofachbetrieb vorbehalten. Kosten: 50–80 €.

Zeitaufwand Küche abbauen: Standard-Küchenzeile (I-Küche, 2,50–3,00 m): 3–4 Stunden zu zweit. L-Küche oder U-Küche: 5–7 Stunden. G-Küche oder Küche mit Kücheninsel: 7–9 Stunden. Standardkorpusse haben eine Breite von 60 cm (Euromaß), Spülenunterschränke 80 oder 100 cm.

Werkzeug-Checkliste zum Küche abbauen

02

Ohne das richtige Werkzeug wird der Küchenabbau zur Geduldsprobe. Diese Werkzeuge brauchen Sie griffbereit:

Unverzichtbares Werkzeug

Elektrowerkzeug
Akkuschrauber (18 V) Bit-Set (PZ2, TX20, TX25) Spannungsprüfer (zweipolig, VDE)
Handwerkzeug
Schraubendreher-Set (Kreuz + Schlitz) Inbusschlüssel-Set Maulschlüssel-Set (10–19 mm) Wasserpumpenzange (Knipex Cobra o. ä.) Armaturenzange Cuttermesser
Hilfsmittel
Kreppband + Stift Zip-Beutel für Schrauben Silikonentferner Spachtel (breit) Eimer & Handtücher Umzugsdecken Kantenschutz / Schaumstoffprofile Zollstock / Maßband Smartphone (Fotos)

Tipp: Bei IKEA-Küchen (METOD-System) brauchen Sie vor allem Pozidriv PZ2 und Torx TX20. Bei Nobilia-Küchen sind TX25 und Inbus 4 mm am häufigsten. Die Original-Montageanleitung finden Sie bei den meisten Herstellern als PDF auf der Website.

Elektrogeräte beim Küchenabbau abklemmen

03

Beim Küche abbauen ist das Abklemmen der Elektrogeräte der kritischste Schritt. Welche Geräte Sie selbst abbauen dürfen und wann ein Elektriker ran muss, hängt von der Anschlussart ab.

Gerät Anschlussart Selbst machen? Kosten Elektriker
Kühlschrank Schuko-Stecker (230 V) Ja – Stecker ziehen
Geschirrspüler Schuko-Stecker (230 V) Ja – Stecker ziehen
Backofen (Einbau) Schuko-Stecker (230 V) Ja – Stecker ziehen
Backofen (fest verdrahtet) Fest an Herdanschlussdose Nein – Elektriker! 50–80 €
Herd / Kochfeld (Starkstrom) Drehstrom 400 V Nein – Elektriker! 50–80 €
Induktionskochfeld Drehstrom 400 V Nein – Elektriker! 50–80 €
Ceranfeld (Glaskeramik) Drehstrom 400 V Nein – Elektriker! 50–80 €
Dunstabzugshaube Schuko-Stecker (230 V) Ja – Stecker ziehen
Gasherd Gasleitung + Strom Nein – Installateur! 80–150 €

Die Unterscheidung ist einfach: Alles mit Schuko-Stecker (der normale dreipolige Stecker) können Sie selbst abziehen. Alles, was fest verdrahtet ist – also direkt an einer Herdanschlussdose, einer Lüsterklemme oder per Drehstrom angeschlossen – muss ein Elektrofachbetrieb nach § 13 NAV abklemmen.

Beim Induktionskochfeld kommt hinzu, dass viele Modelle über ein Verbindungskabel mit dem darunterliegenden Backofen gekoppelt sind (autarkes vs. herdgesteuertes Kochfeld). Prüfen Sie vor dem Abbau, ob Kochfeld und Backofen separat angeschlossen sind oder über eine gemeinsame Leitung laufen.

Wasseranschlüsse beim Küchenabbau trennen

04

Neben dem Strom sind die Wasseranschlüsse der zweite neuralgische Punkt. Unsachgemäß gelöste Verbindungen verursachen Wasserschäden – und die Hausratversicherung bzw. Haftpflichtversicherung zahlt nur, wenn Sie die Anschlüsse fachgerecht nach DIN 1988 (Technische Regeln für Trinkwasser-Installationen) getrennt haben.

Eckventile (Absperrventile)

Unter jeder Spüle sitzen zwei Eckventile – eines für Kaltwasser, eines für Warmwasser. Drehen Sie beide im Uhrzeigersinn zu. Dann den Wasserhahn öffnen, bis kein Wasser mehr kommt. Erst danach die Flexschläuche von den Eckventilen lösen. Wichtig: Wenn sich ein Eckventil nicht mehr drehen lässt (verkalkt), nicht mit Gewalt arbeiten – sonst bricht das Ventil ab. In diesem Fall den Hauptwasserhahn der Wohnung zudrehen.

Geschirrspüler-Anschlüsse

Der Zulaufschlauch (Aquastop) wird vom Eckventil abgeschraubt. Der Ablaufschlauch steckt entweder im Siphon der Spüle oder in einem eigenen Wandanschluss (Abzweig am Abflussrohr). Schlauch abziehen und Restdruck ablassen. Bei Modellen mit Aquastop-System (Bosch, Siemens, Miele) sitzt ein Sicherheitsventil direkt am Zulauf – nicht vergessen, diesen Schlauch ebenfalls zu lösen. Prüfen Sie auch, ob ein Rückflussverhinderer (Rückschlagventil nach DIN EN 1717) am Zulauf sitzt – dieser muss beim Wiederanschluss korrekt in Fließrichtung montiert werden.

Siphon und Abflussrohre

Den Siphon (Geruchsverschluss) unter der Spüle abschrauben. Eimer unterstellen – es steht immer Restwasser drin. Die HT-Rohre (Abflussrohre aus grauem Kunststoff, nach DIN EN 1451-1) können Sie einfach aus der Wandmuffe ziehen. Wandanschluss mit einem Stopfen verschließen, damit keine Kanalgase in die Wohnung strömen.

Arbeitsplatte und Spüle beim Küchenabbau

05

Die Arbeitsplatte ist das empfindlichste Bauteil beim Küche abbauen. Je nach Material gelten unterschiedliche Regeln für Demontage und Transport:

Material Gewicht ca. Besonderheit Bruchgefahr
Spanplatte / Laminat (HPL) 15–20 kg/m² Eckverbindungen vorsichtig lösen, Kanten empfindlich Mittel
Massivholz (Buche, Eiche) 20–30 kg/m² Empfindlich gegen Stöße, Oberfläche nachölen Gering
Naturstein (Granit, Marmor) 40–60 kg/m² Extrem schwer, bricht an Ausschnitten Hoch
Quarzkomposit (Silestone, Caesarstone) 35–50 kg/m² Ähnlich Naturstein, Spülenausschnitt ist Schwachstelle Hoch
Keramik (Dekton, Neolith) 25–35 kg/m² Bruchempfindlich, nicht über Kante biegen Sehr hoch
Solid Surface (Corian, Hi-Macs) 20–30 kg/m² Fugenlos verklebt, Demontage oft zerstörungsfrei unmöglich Mittel
Compact-Laminat (12 mm) 18–22 kg/m² Dünner als HPL, empfindliche Kanten Mittel
Edelstahl 15–20 kg/m² Kratzer vermeiden, Schutzfolie aufkleben Keine

Arbeitsplattenverbinder (Bolzenverbinder): Bei L- oder U-Küchen verbindet ein Bolzenverbinder die Plattenteile von unten. Drehen Sie die Spannmutter mit einem 10-mm-Maulschlüssel auf, bis der Bolzen spannungsfrei ist. Erst dann die Platten auseinanderziehen. Niemals hebeln – die Gehrungskante bricht sofort.

Silikonreste entfernen: Die Arbeitsplatte ist an der Wand mit einer Silikonfuge abgedichtet. Silikonentferner (z. B. von Pattex, Lugato oder OTTO) auf die Fuge auftragen, 30 Minuten einwirken lassen, dann mit einem Fugenmesser sauber abtrennen. Die Rückstände am Fliesenspiegel mit einer Rasierklinge abschaben.

Kosten: Küche abbauen und aufbauen lassen

06

Die Kosten für den professionellen Küchenabbau und Küchenaufbau hängen von der Küchengröße, den Anschlüssen und der Geräteanzahl ab. Hier die üblichen Preise:

Leistung Preis pro lfd. Meter Beispiel 3-m-Küche
Küche abbauen (ohne Geräte) 80–120 € 240–360 €
Küche aufbauen (ohne Geräte) 100–150 € 300–450 €
Küche ab- und aufbauen komplett 180–270 € 540–810 €
Elektrogeräte an-/abklemmen pauschal 50–150 €
Wasseranschlüsse (Spüle, Spülmaschine) pauschal 50–120 €
Arbeitsplatte zuschneiden (neu) pauschal 80–200 €

Gesamtkosten Küchenabbau und -aufbau für eine durchschnittliche Einbauküche (3 Meter, mit Geräten und Anschlüssen): 700–1.200 €. Einen detaillierten Überblick über Umzugskosten finden Sie auf unserer Preisseite. Bei einem Umzugsunternehmen Berlin ist der Küchenservice oft als Zusatzleistung buchbar und lässt sich mit dem Transport beim Privatumzug kombinieren – das spart die separate Anfahrt. Denken Sie auch an eine Halteverbotszone vor dem Haus, damit der Transporter direkt vor der Tür stehen kann.

Spart der Selbstabbau wirklich Geld? Nur, wenn alles heil bleibt. Eine beschädigte Arbeitsplatte aus Granit kostet 600–2.000 € Ersatz. Ein Wasserschaden durch ein vergessenes Eckventil schnell 5.000 € und mehr. Wer handwerklich geübt ist, spart beim Abbau 240–360 €. Wer unsicher ist, fährt mit dem Profi günstiger.

Kostenrechner: Küche abbauen und aufbauen

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Berechnen Sie die voraussichtlichen Kosten für den professionellen Küchenab- und -aufbau:

Küchenabbau-Kostenrechner

Geschätzte Kosten für Ab- und Aufbau

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Küche abbauen und entsorgen lassen

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Nicht jede Küche zieht mit um – manche wird zwischenzeitlich auch zur Einlagerung gebracht. Wer die alte Einbauküche loswerden will, hat mehrere Entsorgungswege. Grundlage ist das KrWG (Kreislaufwirtschaftsgesetz), das die Abfallhierarchie festlegt: Vermeidung → Wiederverwendung → Recycling → Verwertung → Beseitigung. Die Kosten für das Küche entsorgen lassen variieren je nach Methode erheblich:

Sperrmüll: Küche kostenlos entsorgen

Die günstigste Option: Die meisten Kommunen bieten eine kostenlose Sperrmüllabholung pro Haushalt und Jahr an. In Berlin erfolgt die Anmeldung über die BSR (Berliner Stadtreinigung). Wichtig: Die Küche muss vorher abgebaut und auf den Bürgersteig gestellt werden. Elektrogeräte (Kühlschrank, Herd, Geschirrspüler) werden von der BSR separat als Elektroschrott abgeholt – nicht mit dem normalen Sperrmüll. Anmeldefrist: in der Regel 2–4 Wochen vorher.

Wertstoffhof: Küche selbst entsorgen

Wenn Sie die abgebaute Küche selbst zum Wertstoffhof (Recyclinghof) bringen, ist die Entsorgung für Privatpersonen in den meisten Kommunen kostenlos – bis zu einem bestimmten Volumen (oft 2 m³). Darüber hinaus fallen Gebühren von ca. 20–30 € pro m³ an. Küchenmöbel aus Spanplatte gelten als Altholz der Kategorie A II nach der AltholzV (Altholzverordnung), da sie beschichtet und verleimt sind – sie werden thermisch verwertet. Elektrogeräte werden dort separat nach dem ElektroG (Elektro- und Elektronikgerätegesetz) bzw. der WEEE-Richtlinie (EU-Richtlinie 2012/19/EU) entgegengenommen. Kühlgeräte mit FCKW-haltigem Kühlmittel unterliegen besonders strengen Entsorgungsvorschriften.

Entrümpelung: Küche abbauen und entsorgen lassen

Wer den kompletten Service will – Demontage, Abtransport und Entsorgung – beauftragt ein Entrümpelungsunternehmen oder eine Umzugsfirma mit Entsorgungsservice. Kosten für eine Standardküche (ca. 3 Meter):

Demontage + Entsorgung (ohne Elektro) 300–500 €
Demontage + Entsorgung (mit Elektrogeräten) 400–800 €
Nur Abtransport (Küche bereits abgebaut) 150–300 €
Containermiete (5 m³ Absetzcontainer) 200–400 €

Elektrogeräte getrennt entsorgen

Elektrogeräte dürfen nicht im Sperrmüll entsorgt werden. Nach dem ElektroG (§ 17) haben Sie folgende kostenlose Optionen:

  • Wertstoffhof: Kostenlose Abgabe für Privatpersonen
  • Händler-Rücknahme: Geschäfte mit >400 m² Verkaufsfläche für Elektrogeräte müssen Altgeräte kostenlos zurücknehmen (§ 17 Abs. 1 ElektroG)
  • Online-Händler: Auch Online-Shops mit entsprechendem Umsatz sind rücknahmepflichtig
  • Hersteller-Rücknahme: Manche Hersteller (Miele, BSH) bieten Altgeräte-Abholung bei Neulieferung an

Kühlschrank und Gefriertruhe: Ältere Kühlgeräte enthalten FCKW (Fluorchlorkohlenwasserstoffe) als Kältemittel und in der Isolierung. Diese müssen nach ChemKlimaschutzV (Chemikalien-Klimaschutzverordnung) und EU-Verordnung Nr. 517/2014 über fluorierte Treibhausgase von zertifizierten Betrieben entsorgt werden. Niemals den Kühlkreislauf öffnen oder das Gerät zerkleinern!

Küche verkaufen statt entsorgen

Eine gut erhaltene Küche lässt sich oft noch verkaufen:

  • eBay Kleinanzeigen / Kleinanzeigen.de: Fotos, Maße und Marke angeben. Käufer baut selbst ab.
  • Facebook Marketplace: Besonders für lokale Interessenten
  • Küchenstudios: Manche nehmen gebrauchte Markenküchen in Zahlung
  • Soziale Einrichtungen: Caritas, Diakonie, Sozialkaufhäuser nehmen funktionsfähige Küchen oft kostenlos ab und holen sie auch ab

Zeitwert berechnen: Eine Einbauküche verliert pro Jahr ca. 10 % ihres Neuwerts. Eine 5.000-€-Küche ist nach 5 Jahren noch ca. 2.500 € wert, nach 10 Jahren etwa 1.000–1.500 €. Marke, Zustand und Geräteausstattung beeinflussen den Preis erheblich.

Ablösevereinbarung für Einbauküche in Mietwohnung

09

In vielen Mietwohnungen gehört die Einbauküche dem Mieter, nicht dem Vermieter. Beim Auszug gibt es drei Optionen: Küche abbauen und mitnehmen, Küche dem Nachmieter verkaufen oder Küche entsorgen. Die Ablösevereinbarung regelt den Verkauf an den Nachmieter.

Ablöse für Küche: Was ist erlaubt?

Der Vormieter darf dem Nachmieter seine Einbauküche zum Zeitwert anbieten – nicht zum Neupreis. Der Bundesgerichtshof (BGH, Urteil vom 20.01.1988, Az. VIII ZR 4/87) hat klargestellt: Steht der geforderte Preis in einem auffälligen Missverhältnis zum tatsächlichen Wert, ist die Ablösevereinbarung nach § 138 Abs. 1 BGB (Sittenwidrigkeit) unwirksam. Zusätzlich greift das allgemeine Wucherverbot (§ 138 Abs. 2 BGB) und der Grundsatz von Treu und Glauben (§ 242 BGB). Als Faustregel gilt: Die Ablöse darf den Zeitwert um maximal 50 % übersteigen.

Zeitwertberechnung Einbauküche

Die lineare Abschreibung über die Nutzungsdauer ist der gängige Berechnungsweg:

  • Nutzungsdauer laut AfA-Tabelle: 10 Jahre für Einbauküchen (BMF, AfA-Tabelle für allgemein verwendbare Anlagegüter)
  • Abschreibung: 10 % pro Jahr vom Anschaffungspreis
  • Zeitwert = Anschaffungspreis – (Alter × jährliche Abschreibung)
  • Nach 10 Jahren: Restwert rechnerisch 0 €, praktisch aber oft noch 500–1.500 € (Marktwert)

Ablösevereinbarung schriftlich abschließen

Die Vereinbarung sollte enthalten: Kaufpreis, genaue Beschreibung der Gegenstände (Marke, Geräte, Zustand), Übergabedatum, Gewährleistungsausschluss (üblich bei Gebrauchtkauf) und die Klausel, dass die Ablöse unabhängig vom Zustandekommen des Mietvertrags gilt. Die Zustimmung des Vermieters ist nicht rechtlich vorgeschrieben, aber dringend empfohlen – manche Vermieter haben im Mietvertrag ein Zustimmungserfordernis für Einbauten festgelegt. Achten Sie generell auf Fallen im Mietvertrag.

Küche transportieren: Schutz und Verpackung

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Beim Transport der abgebauten Küche sind die richtigen Schutzmaßnahmen und das passende Verpackungsmaterial entscheidend, damit Fronten, Arbeitsplatten und Geräte unbeschädigt ankommen.

Fronten und Schranktüren

Hochglanz-Fronten (Acryl, Lack) sind extrem kratzempfindlich – jede Front einzeln in Luftpolsterfolie wickeln. Wer auf Nummer sicher gehen will, nutzt einen professionellen Packservice. Holzfronten und Folienfronten mit Umzugsdecken schützen. Zwischen gestapelten Fronten immer Wellpappe oder Schaumstoff legen. Fronten und Türen hochkant transportieren – flach gestapelt brechen Scharnierbohrungen aus.

Arbeitsplatte

Die Arbeitsplatte hochkant im Transporter sichern. Bei Naturstein oder Keramik: Transportgestell verwenden oder zwischen zwei Matratzen klemmen. Niemals flach auf die Ladefläche legen – das Eigengewicht verursacht Durchbiegung und Bruch am Spülenausschnitt.

Elektrogeräte

Kühlschrank: Nur aufrecht transportieren – liegt er, kann Kompressoröl aus dem Verdichter in den Kühlkreislauf (Kältemittel R600a / Isobutan bei modernen Geräten) laufen. Nach dem Transport mindestens 4 Stunden stehen lassen vor dem Einschalten (bei liegendem Transport: 24 Stunden). Geschirrspüler: Transportsicherung einsetzen (falls vorhanden). Trommeltür mit Klebeband fixieren. Backofen: Bleche und Roste herausnehmen und separat verpacken, Tür mit Klebeband sichern.

Transportmittel

Für eine Standardküche brauchen Sie mindestens einen 7,5-Tonner oder einen Transporter mieten (Sprinter 3,5 t). Die Arbeitsplatte bestimmt die Mindest-Laderaumlänge. Alle Teile müssen nach § 22 StVO (Ladungssicherung) und VDI 2700 gegen Verrutschen gesichert werden – mit Spanngurten nach DIN EN 12195-2 und Antirutschmatten. Professionelle Umzugshelfer haben Rollwagen, Tragegurte und Möbelroller dabei, die den Möbeltransport deutlich erleichtern und Treppenhäuser schonen.

Küche in der neuen Wohnung aufbauen

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Der Aufbau der Küche in der neuen Wohnung ist das Spiegelbild des Abbaus – nur in umgekehrter Reihenfolge und mit zusätzlichen Herausforderungen. Neben der Küche fällt oft auch die Möbelmontage weiterer Möbelstücke an.

Neue Wohnung vermessen

Vor dem Umzug die neue Küche vermessen: Raummaße, Position der Anschlüsse (Wasser, Abwasser, Strom, Gas), Fenster, Türen, Heizkörper. Prüfen Sie die Elektroinstallation: Nach DIN 18015-2 (Elektrische Anlagen in Wohngebäuden) sollte eine Küche mindestens 5 Steckdosen über der Arbeitsplatte und jeweils einen Anschluss für Herd, Geschirrspüler und Kühlschrank haben. Typische Probleme: Die Anschlüsse sitzen an anderer Stelle, die Raumhöhe ist anders (Hängeschränke!), die Nischenhöhe stimmt nicht, oder der Herdanschluss ist nur einphasig statt dreiphasig.

Aufbau-Reihenfolge

Reihenfolge Küchenaufbau

1
Wasser-, Strom- und Gasanschlüsse prüfen (ggf. verlegen lassen)
2
Aufhängeschiene für Hängeschränke montieren (Wasserwaage!)
3
Unterschränke aufstellen, ausrichten und verbinden
4
Hängeschränke einhängen und ausrichten
5
Arbeitsplatte auflegen und verschrauben (ggf. zuschneiden)
6
Spüle und Armatur montieren, Wasseranschlüsse herstellen
7
Elektrogeräte einbauen und anschließen (Herd: Elektriker!)
8
Sockelleisten, Abschlussleisten und Rückwand montieren
9
Silikonfugen an Wand und Arbeitsplatte ziehen (Sanitärsilikon nach DIN EN 15651)
10
Türen und Schubladen einhängen, Scharniere justieren

Arbeitsplatte anpassen

Wenn die neue Küche andere Maße hat, muss die Arbeitsplatte zugeschnitten werden. Bei Laminat/HPL können Sie das mit einer Handkreissäge (z. B. Festool TS 55, Makita SP6000 oder Bosch GKS 190) und Führungsschiene selbst machen – Schnitt von unten, um Ausrisse an der Oberfläche zu vermeiden. Schnittkante anschließend mit Kantenumleimer (ABS oder Melamin) versiegeln, damit keine Feuchtigkeit ins Trägermaterial eindringt. Bei Naturstein, Keramik oder Quarzkomposit ist ein Steinmetz oder spezialisierter Küchenmonteur nötig (Kosten: 150–400 €). Beim Spülenausschnitt muss die Platte mit einer Stichsäge oder Oberfräse bearbeitet werden – eine Schablone liegt der neuen Spüle bei.

Mietrecht: Pflichten beim Küchenabbau in der Mietwohnung

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Beim Küche abbauen in der Mietwohnung spielen mietrechtliche Fragen eine zentrale Rolle. Was dürfen Sie, was müssen Sie – und was kann der Vermieter verlangen?

Einbauküche des Mieters

Hat der Mieter die Küche selbst angeschafft und eingebaut, ist sie sein Eigentum. Er hat das Recht, sie beim Auszug mitzunehmen. Aber: Nach § 546 Abs. 1 BGB muss der Mieter die Wohnung im vertragsgemäßen Zustand zurückgeben. Das bedeutet: Alle Dübellöcher in den Fliesen verschließen, Bohrlöcher in der Wand verspachteln, Anschlüsse fachgerecht verschließen. War vor dem Einzug keine Küche vorhanden, muss der Raum leer und besenrein übergeben werden.

Einbauküche des Vermieters

Gehört die Küche zum Mietobjekt (im Mietvertrag als mitvermietet aufgeführt oder bei Einzug vorhanden), darf der Mieter sie nicht abbauen. Der Vermieter ist für Reparaturen und Instandhaltung verantwortlich (§ 535 Abs. 1 BGB). Verschleiß an Geräten und Oberflächen durch normalen Gebrauch trägt der Vermieter. Beschädigungen durch unsachgemäße Benutzung gehen zu Lasten des Mieters (§ 538 BGB).

Rückbaupflicht nach § 546 BGB

Wer die Mietwohnung baulich verändert hat (z. B. Küche eingebaut, Fliesen entfernt, Wände durchbrochen), muss auf Verlangen des Vermieters den ursprünglichen Zustand wiederherstellen. Diese Rückbaupflicht kann erhebliche Kosten verursachen. Ausnahme nach § 539 Abs. 2 BGB: Hat der Vermieter den Einbau genehmigt und der Mieter die Küche als wertsteigernde Investition eingebaut, kann er unter Umständen einen Aufwendungsersatzanspruch geltend machen – der BGH hat dies jedoch eng ausgelegt (BGH, Az. VIII ZR 302/07). Tipp: Dokumentieren Sie den Zustand bei Einzug mit Fotos und dem Wohnungsübergabeprotokoll. So ist klar, was Sie zurückbauen müssen und was bereits vorhanden war.

Schönheitsreparaturen im Küchenbereich

Nach der Demontage sind oft Fliesenschäden, Bohrlöcher und Verfärbungen an den Wänden sichtbar. In vielen Fällen sind Malerarbeiten nötig. Ob der Mieter diese beseitigen muss, hängt von der Schönheitsreparaturklausel im Mietvertrag ab. Der BGH hat starre Fristen (z. B. "Küche alle 3 Jahre streichen") für unwirksam erklärt (BGH, Az. VIII ZR 185/14). Flexible Klauseln mit "im Allgemeinen" oder "falls erforderlich" sind weiterhin gültig.

Küche abbauen ist kein Hexenwerk – aber Planung, das richtige Werkzeug und Respekt vor Starkstrom und Wasseranschlüssen sind Pflicht. Wer sich die Arbeit sparen will, beauftragt eine Umzugsfirma mit Küchenmontage-Service.